Die - DENKBAR - viel Raum zum spielerischen Denken

Denkbar – ein Knobel- und Spielraum in der Schule

 

Seit nunmehr fast drei Jahren arbeiten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an der Idee einen „Raum des Denkens“ einzurichten. Nach und nach wurde aus einem ehemaligen Stuhllagerraum unsere „DENKBAR“- der Name des Raums – eine Worterfindung der Kinder.

Wie in einer „Bar“ dürfen sich die Kinder in diesem Raum ihre Denkspiele, Knobelaufgaben, Gesellschaftsspiele oder kreativen Kastenkonstruktionsaufgaben frei auswählen. Die Struktur in dem Raum gewährleisten drei Regeln die mit allen Kindern trainiert werden:

 


  •  Ich störe niemanden.
  •  Ich warte, bis das Material frei ist.
  •  Ich lege alles wieder ordentlich an seinen Platz zurück.
     
     

In einer wöchentlichen „DENKBAR-AG“ werden Spezialistinnen und Spezialisten ausgebildet, die als „DENKBAR-GUIDES“ in ihren eigenen Klassen als Multiplikator den Lehrkräften zur Seite stehen. Der Raum steht allen Klassen während des Unterrichtsvormittags und auch Gruppen im Rahmen der Offenen Ganztagsschule zur Verfügung. Der Raum wird auch jahrgangsübergreifend genutzt und es ist bemerkenswert, welch konzentrierte und motivierte Arbeitsatmosphäre in diesem Raum herrscht.

 

Knobeln in der Schule – Die „DENKBAR“

Das Konzept und die Materialien der DENKBAR erweitern sinnvoll den allgemeinen Mathematikunterricht. Knobelkarteien von der 1. bis zur 4. Klasse können bearbeitet werden und Punkte für Urkunden gesammelt werden. Frei wählbare Aufgaben bereiten auf die Mathematikolympiade vor. Lernsoftware trainiert das Problemlösungsverhalten und die mathematischen Kompetenzen. Knobelspiele, die man alleine oder zu zweit spielen kann fördern das bewegliche problemorientierte Lösungsverhalten. Zudem finden in die DENBAR Gesellschaftsspiele Einzug, die der Verein für Hochbegabte „MENSA“ empfiehlt.

 

Spielen in der Schule – Die „DENKBAR“

Wenn zwei Gegenstände zusammenstoßen, macht es Krach! Das ist eine Erkenntnis, die für Erwachsene selbstverständlich, für kleine Kinder aber eine Erfahrung ist, die sie selbst erst machen müssen. Spielend erkunden Kleinkinder ihre Umwelt. Im Vorschulalter ist Spielen Inhalt des täglichen Lebens. Mit der Einschulung beginnt der so genannte Ernst des Lebens. Spielzimmer in Grundschulen machen den Übergang fließend und bieten neben Abwechslung zum Unterricht eine gute Möglichkeit der innerschulischen Entwicklungsförderung.

Die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zeigen, dass aktive Erfahrungswerte mit klassischem Spielzeug nachhaltiger sind als bei der passiven Vermittlung, wie sie durch das Fernsehen oder am Computer stattfindet. Mit jeder Erfahrung, jedem Wahrnehmungs-, Denk- und Gefühlsakt gehen flüchtige, wenige Millisekunden dauernde Aktivierungsmuster im Gehirn einher. Deren Erfahrung verändert langfristig das Gehirn. Und im Gehirn prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt. Denn es bleibt eher im Gedächtnis hängen, weil mehr und tiefere Spuren angelegt werden.

Trampelpfade im Gehirn

„Je mehr Erfahrungen ein kleines Kind macht, desto mehr und deutlichere Spuren bilden sich in dessen Gehirn“ sagt Prof. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Ulm, außerdem Gründer und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm. „Diese Spuren sind es, die uns langfristig zu dem Individuum machen, das wir sind, mit unserer Sprache, unseren Gewohnheiten, Fähigkeiten, Vorlieben; Einstellungen und Kenntnissen: Wenn die Sonne scheint, ist es warm, Honig ist süß und Vogelkirschen sind giftig. All dies muss ein junges Menschenkind lernen, und dies tut es durch Auseinandersetzung mit der Welt, die jedes Kleinkind nicht nur passiv erlebt, sondern aktiv sucht.“  

Kinder brauchen die Gelegenheit dazu. Die Gelegenheit, Erfahrungen selbst zu machen, Dinge auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu setzen, sich auszutoben, im Spiel mit Gleichaltrigen ganz viel über sich selbst zu lernen.


Eine Möglichkeit dazu bietet die „DENKBAR“:

Über die aktive Auseinandersetzung mit selbstgewähltem „Spielzeug“ und themenbezogenen Büchern und kniffligen Aufgabenstellungen, die im Team gelöst werden können, findet die Vermittlung von Kompetenzen statt. Der Nachwuchs unterscheidet hier nicht zwischen Spielen und Lernen, sondern lernt spielend. Zum Beispiel durch das Verarbeiten von Erfahrungen oder das Schlüpfen in andere Rollen. Kinder lernen so am Modell, sie übernehmen Erfahrungen von anderen, imitieren, wiederholen und verändern.

Im Spiel mit ihren Kameraden erleben sie sich als Teil eines sozialen Gefüges und lernen, sich nach Spiel- bzw. sozialen Regeln zu verhalten. Im Umgang mit klassischem Spielzeug trainieren Kinder, mit unterschiedlichen Verhaltensmustern zurechtzukommen: mit Überlegenheit, Unterordnung, Bevorzugung, Benachteiligung oder Konkurrenzsituationen. Außerdem üben sie Verantwortung, Solidarität, Strategie und Fairness. Die erlernten Verhaltensweisen stärken Schüler nicht nur für die Zukunft, sondern tragen zur Persönlichkeitsentfaltung bei. Im Spiel nehmen Kinder neue Blickwinkel und Positionen ein, die sie später in die Realität übertragen. Und diese wichtigen Verhaltensweisen lernen sie in einem besonderen, lernfördernden Umfeld: angstfrei, in positiver Atmosphäre, in einem Klima von Zuwendung und Vertrauen – spielerisch.

Das Prinzip des freien Spiels mit selbstkreierten Spiel-Settings fördert die kindliche Kreativität und regt die Fantasie an. Nebenbei schulen Kinder die Geschicklichkeit ihrer Sinne und bauen ihren Bewegungsapparat aus.